Kodiertheorie
Codes oder Symbolsysteme (Goodman, 1968; Clark & Salomon, 1986) sind „Formate von Botschaften.“ Die häufigsten Symbolsysteme sind das verbale und das Piktoriale mit verschiedenen Subcodes (z. B. gibt es beim verbalen Code Subcodes für darstellende Bilder und logische Bilder). Außerdem gibt es Symbolsysteme wie Zahlen, Formeln usw. Medienpsychologisch gesehen handelt es sich hierbei um Merkmale des Stimulusmaterials. Zu erforschen sind systematische Zusammenhänge zwischen der Codalität von Medialen- Angeboten und Merkmalen der Rezeption. Eine Forschungsrichtung untersucht Zusammenhänge zwischen codierten Angeboten und mentalen Formaten. (Vgl. Engelkamp, 1990, S. 112; Weidenmann, 1995, S. 258) Werden unterschiedlich codierte Angebote auch mental unterschiedlich codiert, d. h. in welcher Qualität werden die sensorisch wahrgenommenen Daten im Verlauf der Sinnentnahme, des Wissenserwerbs und der Speicherung verarbeitet? Die kognitive Psychologie hat sich mit diesem Problem der mentalen Repräsentation intensiv beschäftigt. Autoren, wie z. B. Paivio (1986), unterscheiden zumindest zwei Wortarten verschiedene, jedoch miteinander intrigierende Verarbeitungssysteme: Eines für die Verarbeitung von Sprache, ein anderes für bildhafte Sinneseindrücke. Wichtig ist die Erkenntnis, daß es keine eindeutige Beziehung zwischen der Reiz Codierung und der internen Codierung dieses Reizes gibt. Ein bildhafter Reiz muß also keineswegs nur „bildhaft“ gespeichert und verarbeitet werden. Das Gehirn verfügt über eine Mannigfaltigkeit von mentalen Formaten und verwendet diese – abhängig von bestimmten „Parametern“ – sehr flexibel. (Vgl. Weidenmann, 1995, S. 259 )
Dr. Khaled Fargoun
Assistant Professor für Educational Technology,
Faculty of Basic Education
