Internet
Dr. Khaled Fargoun
Assistant Professor für Educational Technology,
Faculty of Basic Education
Das Internet ist kein einzelnes Netzwerk, es ist ein ausgedehntes, weltweites Netz von Netzwerken. Keine Einzelperson, Gruppe oder Organisation führt das Internet. Statt dessen ist es die reinste Form einer „elektronischen Demokratie". Die einzelnen Netzwerke kommunizieren mittels bestimmter Protokolle, wie dem Transmission Control Protocol (TCP) und dem Internet Protocol (IP
Aufbau des Internet
Die Beziehung einzelner Computer zueinander bewirkt deren Vernetzung, um auf zentral verwaltete Daten zugreifen zu können, was teuren Speicherplatz spart und Arbeitsabläufe vereinfacht. Solche Netzwerke, die auf eine Firma, eine Universität u.ä. begrenzt sind, werden lokale Netzwerke oder Local Area Network (LAN) genannt. Mit einem lokalen Netzwerk werden Daten durch den sog. Fileserver, auch Mainframe genannt, verwaltet und zugänglich gemacht. Oftmals ist ein Fileserver auch mit einem Router verbunden, einem Computer, der den Datentransfer aus dem LAN in andere Netze durch eine direkte Verbindung ermöglicht. Die LANs stellen die einfachste Art der Vernetzung von Computern dar und bilden die Grundebene des Internet. Werden lokale Netzwerke miteinander verbunden, entstehen größere Netzwerke, in denen LANs geographisch oder thematisch zusammengefaßt sind. Diese werden MAN (Metropolitan Area Network), manchmal auch Mid – Level – Network genannt. Rechner eines LANs können über dieses Metropolitan Area Network auch mit Rechnern eines anderen LANs kommunizieren. MANs sind die zweite Ebene des Internet. Die dritte und letzte Ebene bilden die Wide Area Networks, die WANs. Sie fassen mehrere MANs zusammen. Die Supercomputer der WANs bilden das Rückgrat (Backbone) des Internet und verbinden die Netzwerke der Länder und Kontinente durch Glasfaserkabel und Satellitenübertragungen. Werden Daten z.B. von einem Rechner in Deutschland an einen Rechner in Amerika verschickt, so durchlaufen sie die genannten drei Ebenen zweimal: vom lokalen Netzwerk über das Metropolitan Area Network zum Wide Area Network mit dessen Backbone- Rechner und von dort umgekehrt zum lokalen Netzwerk, bis sie schließlich den Zielrechner erreichen. (Vgl. Hüther, Jürgen und et al. (Hrsg.), 1997, S.151)
1.4.2 Medienkompetenz durch INTERNET
Medienkompetenz ist in kurzer Zeit zu einem Modewort geworden, das in einem Atemzug mit INTERNET genannt wird, wenn es darum geht, die Eigenschaften eines „modernen Menschen“ zu benennen. Noch nicht präzisiert, changiert der Begriff Medienkompetenz in allen möglichen Bedeutungsfarben.
Über die unterschiedlichsten Autoren hinweg ist nur seine Funktion klar. Der Begriff Medienkompetenz soll die Fähigkeiten begrifflich bündeln, die das Individuum innerhalb einer Medien- oder Informationsgesellschaft benötigt. Je nach Standpunkt des Autors, der mit diesem Begriff operiert, reichen diese Fähigkeiten von der bloßen Anpassung an die medienökonomischen und technischen Vorgaben, also der Fertigkeit, Medien zu bedienen bis hin zur kritischen Reflexion und aktiven Gestaltung nicht nur der Medienlandschaft sondern aller vernetzten sozialen und medialen Umgebungen. ( Vgl. Hüther, Jürgen und et al. (Hrsg.), 1997, S. 254)
Wenn heute in der öffentlichen Diskussion von Medienkompetenz die Rede ist, geht es vor allem um berufliche Qualifikationsanforderungen. In der selbstverständlichen und kompetenten Nutzung INTERNET wird eine grundlegende Voraussetzung für die ,,Teilhabe am Arbeitsmarkt" gesehen. (Friedrich - Ebert - Stiftung o. J., S. 39) Dies gilt direkt und unmittelbar mit Blick auf die Anforderungen am Arbeitsplatz aber auch darüber hinaus im Zusammenhang mit der Notwendigkeit zur ständigen Weiterqualifizierung: Lebenslanges Lernen wird in der Informationsgesellschaft zum ,,lebenslangen Lernen mit INTERNET“.
(Vgl. Wagner, Wolf- Rüdiger,1999, S. 2)
[...] Daraus ergibt sich ein enger Zusammenhang zwischen, Medienkompetenz und Unterrichtsentwicklung, da die Diskussion über Unterrichtsentwicklung nicht zuletzt eine Diskussion über die Notwendigkeit von Veränderungen ist, die sich aus den Anforderungen der Informationsgesellschaft an das Lernen ergeben. Ein Blick auf diese gesellschaftlichen Anforderungen zeigt, daß eine zukunftsorientierte Schulentwicklung ohne die systematische Integration von Multimedia und INTERNET in Lehr- und Lernprozess nicht denkbar ist. Umgekehrt kann der pädagogische ,,Mehrwert" der neuen Medien nur über Bildungsentwicklung, d.h. über Veränderungen in der Unterrichtsgestaltung, im Rollenverständnis von Lehrkräften, in den curricularen und schulorganisatonschen Rahmenbedingungen realisiert werden. (Wagner, Wolf- Rüdiger,1999, S. 3)
Die umfassende Begriffsbestimmung hat seit ihrer Entstehung und Debatte im wissenschaftlichen Diskurs zunehmend auch an realer Bedeutung gewonnen. War in den siebziger Jahren noch eine deutliche Trennung zwischen veröffentlichter Massenkommunikation und privater lndividualkommunikation zu konstatieren, so verschwimmt heute mit der Digitalisierung nahezu aller Medien und ihrer weltweiten Vernetzung diese Differenz. Private und öffentliche Kommunikation nutzen nicht nur die gleichen Medien, sondern - betrachtet man beispielsweise das INTERNET - der Zugriff auf veröffentlichte Kommunikate ist individuell und die individuelle Kommunikation öffentlich zugänglich. Zugleich wird nicht nur die veröffentlichte Kommunikation kommerziell betrieben, nachdem auch der früher nur öffentlich-rechtliche Rundfunk teilprivatisiert wurde, sondern auch die mediale Individualkommunikation ist bereits weitestgehend kommerzialisiert durch sog. Kommunikationskonzerne. Verbunden mit der Öffnung der privaten Kommunikation für den öffentlichen Bereich ist also zugleich die Privatisierung im Sinne der Kommerzialisierung. Privater Profit läßt sich sowohl auf der Ebene der öffentlichen wie der individuellen Kommunikation erzielen. Mehr noch, medial beeinflußt und reguliert werden nicht mehr nur das Bewußtsein der Menschen, sondern sämtliche Lebensbereiche. Wenn postuliert wird, daß die Industriegesellschaften sich in eine globale Informationsgesellschaft verwandeln, so ist damit zum einen gemeint, daß die von Menschen gesteuerte Produktion durch eine mediale, nämlich computerisierte abgelöst wird. Zum zweiten umschreibt der Begriff das Faktum, daß Informationen, also Kommunikationsinhalte jeder Art, die Grundlage von Handel und Wandel dieser Gesellschaft bilden. Zum dritten beinhaltet er, daß Information, die bislang fast ausschließlich öffentlich zugänglich war - über Massenmedien oder öffentliche Einrichtungen wie Bibliotheken - zur Ware wird, deren Zugang bzw. Nutzung nur gegen Entgelt möglich ist. (Vgl. Rein, A. v. (Hrsg.),1996, S. 12)
Diese Entwicklung, die global alle jetzigen Industriegesellschaften betrifft und individuell jedes Mitglied derselben, erfordert die Ausbildung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, um sich zumindest diesem Prozeß anpassen zu können - und im Idealfall, um ihn mitbestimmen zu können. Auf der Basis der kommunikativen Kompetenz als umfassender Fähigkeit zur gleichberechtigten Partizipation an individueller und gesellschaftlicher Kommunikation ist unter Medienkompetenz die Ausformung kommunikativer Kompetenz zur Beherrschung der Medienentwicklung zu fassen. Sie beinhaltet eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die potentiell die gestaltende Teilhabe an dieser Entwicklung ermöglichen. Medienkompetenz in drei Kompetenzen aufgefächert. Sie unterscheidet zum einen die Kompetenz, Medien - ihre Strukturen ihre Gestaltungsformen und ihre Wirkungsmöglichkeiten - zu durchschauen, die sie Wahrnehmungskompetenz nennt, zum zweiten die Kompetenz, Medien und ihre Angebote zielgerichtet und angemessen zu nutzen, als Nutzungskompetenz, und zum dritten die Kompetenz, Medien als Ausdruck seiner Persönlichkeit, Interessen und Anliegen aktiv zu' gestalten, als Handlungskompetenz. (Pöttinger, 1997, S. 78, In: Hüther, Jürgen und et al. 1997, S. 236)
